Nachts
am &
Warnowufer
Eine Hafenbar, die das Wasser als Nachbarn hat. Kerzenlicht, Messingtresen, ehrliche Drinks — und die Bockkräne als Kulisse, wenn die Lichter auf der anderen Seite angehen.
Eine Fischhalle,
die Bar wurde.
Das Backsteingebäude am Pier 615 stand lange leer, bevor Katrin Voß und Jonas Priebe 2017 die schweren Tore öffneten. Geblieben sind die gusseisernen Säulen, die Kacheln an der Westwand, ein unerschütterlicher Geruch nach Salz.
Heute steht dort ein sieben Meter langer Tresen aus Eichenbohlen, geborgen aus einem Werftgebäude in Warnemünde. Darüber hängen Lampen, die früher in einem Stralsunder Theater brannten. Es wird nichts gespielt, was nicht zusammenpasst — kein Hochglanz, keine Neonschilder, keine Tequila-Happy-Hour.
Was bleibt, ist ein Raum zum Sitzen. Die Karte ist kurz. Das Licht ist warm. Draußen liegt die Warnow, hinter ihr, wenn der Wind steht, das tiefe Brummen der Fähren Richtung Trelleborg.
Die Karte.
Knapp gehalten.
Wir rotieren quartalsweise. Was hier steht, gilt bis Ende März. Fragen Sie am Tresen nach dem, was heute noch nicht aufgeschrieben wurde.
Sieben Abende,
nie der gleiche.
Wer zweimal im Monat vorbeischaut, trifft nie dasselbe Haus. Montags ist geschlossen — der Rest folgt einer ruhigen Dramaturgie.
Vinyl & Vermouth
Leise Platten — Jazz, Bossa, ein bisschen Nouvelle Vague. Gespielt wird, was aufliegt.
18 — 01 UhrKleine Austern.
Fines de Claire aus der Bretagne, sechs Stück, mit Mignonette. Solange der Vorrat reicht.
ab 19 Uhr · 16 €Der lange Tresen.
Reservierung empfohlen. Küche bis 23:30, Tresen bis zwei. Gitarre leise.
18 — 02 UhrDJ Stadthafen
Wechselnde Residenten aus Rostock und Hamburg. Deep, warm, nicht zu laut.
21 — 03 UhrSalon 615.
Lesung, Gespräch, Brettspielabend. Eintritt frei, Drinks nicht.
19 — 24 UhrRuhig. Ehrlich.
Für die, die reden wollen. Volle Karte, halbes Licht, keine Musik über 68 Dezibel.
18 — 00:30 UhrWas Gäste hinterlassen.
Der beste Negroni zwischen Flensburg und Usedom. Und das sage ich, obwohl ich aus Flensburg komme.
Man merkt jedem Detail an, dass hier jemand nachgedacht hat. Das Eis ist klar, die Zitronen frisch, das Licht sitzt.
Dienstags ist es fast leer — genau deshalb gehe ich dienstags hin. Karel am Tresen weiß, was man will, bevor man es sagt.
Keine Show, keine Effekte. Einfach ein Ort, an den man mit den Richtigen kommt — und eine Stunde später immer noch da ist.
Kommen Sie vorbei.
Das Haus liegt direkt am Warnowufer, gegenüber der IGA-Anlagen. Vom Stadthafen zu Fuß sieben Minuten. Parken ist schwierig, die Straßenbahn einfacher — Haltestelle Holzhalbinsel, Linie 6.